‚Wir helfen Rech‘ – ein außergewöhnliches Aktionsbündnis der freiwilligen Feuerwehren aus Gerolzhofen, Schwebheim und Unterspiesheim

‚Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr‘: unter diesem Motto rücken die freiwilligen Feuerwehren zu ihren Einsätzen und Hilfeleistungen aus. Sie Retten, Löschen, Bergen und Schützen. Eine dieser Feuerwehren ist die Wehr der Ortschaft Rech in Rheinland-Pfalz.
Doch seit der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 hat sich für die Feuerwehr Rech sowie für die Bürger alles verändert.

Eine noch nie dagewesene Flutwelle nach Starkregenfällen riss alles mit sich, was sich auf dem Weg des Wassers befand. Menschenleben, das Hab und Gut vieler Einwohner sowie sämtliche Infrastruktur fielen dem Hochwasser zum Opfer. Auch das Recher Feuerwehrgerätehaus mit nahezu allen Gerätschaften und Ausrüstungsgegenständen zerstörte die Flut komplett.

Darauf wurde auch der Kreisbrandinspektor Alexander Bönig, der für den südlichen Landkreis Schweinfurt zuständig ist, aufmerksam. Er rief das Aktionsbündnis ‚Wir helfen Rech‘ ins Leben und nahm Kontakt mit dem örtlichen Bürgermeister und dem Wehrführer auf. Ziel war es, eine Spendenaktion umzusetzen, um die Einwohner und die Feuerwehr Rech finanziell zu unterstützen. Doch nicht nur mit Geldmitteln sollte den Menschen unter die Arme gegriffen werden, sondern auch seelisch. Die Recher sollten einen Abend lang Abstand von ihren Ängsten, Sorgen und Nöten nehmen können, um Kraft und Mut für den bevorstehenden Wiederaufbau ihrer Ortschaft zu sammeln. Die Führenden von Ort und Feuerwehr Rech zeigten sich sehr angetan von der Aktion und waren voller Vorfreude.

Unter der Leitung von KBI Bönig entstand so eine Planungsgruppe aus den Feuerwehren Gerolzhofen, Schwebheim und Unterspiesheim. Schon anfänglich machte sich bemerkbar, dass hier viele Synergien genutzt werden können. Eine bereits laufende Spendenaktion der FF Schwebheim nutzte man als Basis für das Projekt. Ein ‚Mutmacher-Fest‘ für die Bürger des Weinortes Rech soll die Übergabe der Spenden umrahmen.

Die Herausforderungen waren groß. Durch die fehlende Infrastruktur in der Ortschaft zeichnete sich schnell ab, dass alles für das Fest benötigte Material von den Feuerwehren in den Ort gebracht werden musste. Begonnen von den Speisen und Getränken samt Kühlanhänger über Biertischgarnituren, Zelte und Energieversorgung musste alles dorthin transportiert werden.
Die Bürger der Ortschaft sollten sich um nichts kümmern müssen.

Viele Firmen und Menschen aus dem Landkreis Schweinfurt unterstützten das Vorhaben bedingungslos. Einen Tag vor der Anreise belud man die Fahrzeuge mit dem vor Ort benötigten Material und bereitete sich auf die rund 350 Kilometer lange Fahrt vor. Am Samstag, den 18.09.2021 ging es nach einer kurzen Nacht um 03:00 Uhr morgens los. Zur Sicherheit führte die von der Feuerwehr Schwebheim betriebene Teststrecke am Sammelpunkt noch einen Schnelltest bei allen Teilnehmern durch, um die maximale Sicherheit aller zu gewährleisten.

Mit insgesamt sieben Fahrzeugen, zwei Kühlanhängern, einem Stromaggregat und jeweils einem PKW- sowie LKW-Anhänger bewegte sich die Kolonne Richtung Rech in Rheinland-Pfalz. Von der Feuerwehr Gerolzhofen waren sieben Feuerwehrler, der Mannschaftstransportwagen, das Tragkraftspritzenfahrzeug-Logistik sowie ein Anhänger dabei.

Bereits die Anfahrt durch die zerstörten Gebiete stimmte die Feuerwehrleute demütig. Das Ausmaß der Zerstörung selbst zu erleben, war außerordentlich unangenehm für alle Beteiligten.

Nach einer kurzen Verschnaufpause gingen die Feuerwehren trotz aller Eindrücke energiegeladen ans Werk. Den Fuhrpark und die Anhänger platzierten die Maschinisten sinnvoll auf einem zur Verfügung gestellten Schotterplatz. Zelte, Grill- und Getränkestationen bauten die drei Wehren Hand in Hand auf und verlegten die dazugehörige Stromversorgung. Für die Kinder aus der Ortschaft organisierte man eine Hüpfburg, Popcorn und Zuckerwatte sowie weitere Gelegenheiten und Spielzeuge für Spaß und Freude.

Da zu dieser Zeit in der Ortschaft, die maßgeblich vom Weinbau geprägt ist, das Weinfest stattfinden würde, war klar, dass dieses in die Feierlichkeiten integriert werden soll um das Heimatgefühl zu stärken. So war es ein Muss für die extra angereiste Feuerwehrkapelle des Altlandkreises Gerolzhofen, die amtierende und zukünftige Weinhoheit des Ortes mit fränkischem Liedgut zuhause abzuholen und zum Fest zu begleiten. Die Musikanten untermalten die ganzen Festlichkeiten mit bester Musik und Gesang und führten durch die Inthronisierung sowie die Spendenübergabe von fast 30.000 Euro und diversen Sachspenden für die örtliche Feuerwehr.

Das Fest verlief reibungslos. Die Freude und Dankbarkeit der Bewohner waren sichtlich zu spüren. Wir führten viele emotionale und gute Gespräche mit den Bürgern. Ausgelassen feierte man gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden. Wir halfen da wo wir konnten und nahmen auch für uns viele Eindrücke und Worte mit, die einen schnell auf das Wesentliche im Leben besinnen lassen.

Nach einer weiteren kurzen Nacht, die Wir auf Feldbetten im Seminarraum eines örtlichen Hotels verbringen durften, ging es am Sonntag an den Rückbau. Routiniert verstaute man das mitgebrachte Material in den Fahrzeugen, bevor die Feuerwehren sich verabschiedeten und die Rückreise nach Unterfranken antraten.

Erschöpft, aber reich an positiven Erfahrungen erreichte die Marschkolonne die Heimat. Die Aufräum- und Reinigungsarbeiten werden noch die kommenden Tage in Anspruch nehmen.

Am Ende bleibt ein Dankeschön auszurichten. Danke an jeden Einzelnen, der dieses Vorhaben unterstützt hat; an die freiwilligen Feuerwehren aus Gerolzhofen, Unterspiesheim und Schwebheim, die Feuerwehrkapelle des Altlandkreises Gerolzhofen, die Planungsgruppe, die Menschen, Firmen und Organisationen des Landkreises Schweinfurt für die Spenden sowie die Gastfreundschaft der Bürgerinnen und Bürger der Ortschaft Rech in Rheinland-Pfalz, die das Fest mit ihrer Anwesenheit zu dem machten, was es war. Wir kommen gerne wieder.

An dieser Stelle möchten Wir anmerken, dass das Spendenkonto weiterhin geöffnet ist. Sie können gerne noch mit Ihrer Spende helfen und den Wiederaufbau in der Ortschaft Rech, insbesondere den der freiwilligen Feuerwehr, unterstützen.

Spendenkonto:
Feuerwehr Schwebheim
DE16 7906 9010 0002 5705 48
BIC: GENODEF1ATE
Verwendungszweck: Wir helfen Rech
Bis 200,00 € gilt der Einzahlungsbeleg, bzw. der Kontoauszug als Spendennachweis, darüber kann auch eine Spendenquittung ausgestellt werden.

Wir verzichten auf umfangreiches Bildmaterial. Deswegen gibt es nur ein Bild von der malerischen Landschaft, die den Weinort Rech umgibt und hoffentlich bald auch talwärts wieder so schön ist, wie es sich die Recher wünschen.

 

(FFGEO/wahleran)

Acht Vermisste und mehrere Brände auf drei Stockwerken – außerordentliche Atemschutzübung

Unter realistischen Bedingungen hatte die Feuerwehr Gerolzhofen am gestrigen Mittwoch die Gelegenheit, an einem Objekt zu üben.

Das ehemalige ‚Butterwerk‘ in Gerolzhofen, dass sich zwischen der Kolpingstraße und der Friedenstraße erstreckt, stand als Übungsgebäude zur Verfügung. Bis 2018 war dort eine örtliche Backwarenfirma untergebracht.

Als Szenario wählte die Übungsleitung einen mit einer Nebelmaschine verrauchten Keller sowie mehrere Brandausbrüche – simuliert mit orangenen Blitzleuchten – im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss. Insgesamt waren acht Personen zu retten, die teilweise gehfähige als auch bewusstlose Patienten simulierten. Hier unterstützten Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr Gerolzhofen, die sich als zu rettende Personen zur Verfügung stellten.

Ziel der Übung sollte sein, sich während der Anfahrt zur Einsatzstelle mit schwerem Atemschutz auszurüsten und mit mehreren Trupps aus vier Fahrzeugen zur Brandbekämpfung und Personenrettung vorzugehen. Mehrere Ausbilder und Beobachter begleiteten die eingesetzten Trupps zur Kontrolle der Arbeit.

Routiniert teilten sich die Atemschutztrupps an der Einsatzstelle auf und untersuchten die Räumlichkeiten auf Personen und Brände. Die mit Wasser gefüllten, schweren Schläuche zogen die Geräteträger bis in die letzten Ecken der unzähligen Räumlichkeiten des Gebäudekomplexes. Entdeckte Personen wurden mit der Drehleiter mit Rettungskorb über die Fenster ins Freie und sicher zum Boden befördert.

In einer Nachbesprechung stellte die Übungsleitung fest, dass alle gesetzten Ziele erreicht wurden. Fehler und Verbesserungspotenziale sprach man direkt an und ergänzte die praktische Übung mit theoretischen Inhalten.

Die umfangreichen Aufräum- und Reinigungsarbeiten zogen sich noch bis in den späten Abend.

Vielen Dank an den Besitzer für die Bereitstellung des Objektes!

„Wir helfen Rech“

Nach der verheerenden Flutkatastrophe sind die Bewohner und die Feuerwehren des Ahrtals nach wie vor auf finanzielle Hilfen angewiesen.
Auch wir, das sind die Freiwilligen Feuerwehren Gerolzhofen, Schwebheim, Unterspiesheim und die Feuerwehrkapelle Altlandkreis Gerolzhofen, möchten unseren Beitrag leisten. Wir sammeln Spenden, die wir persönlich am 18.09.2021 übergeben werden. Die Gelder kommen daher zu 100% auch dort an wo sie benötigt werden. Unterstützt unser Vorhaben!
Spendenkonto:
Feuerwehr Schwebheim
DE16 7906 9010 0002 5705 48
BIC: GENODEF1ATE
Verwendungszweck: Wir helfen Rech
Bis 200,00 € gilt der Einzahlungsbeleg, bzw. der Kontoauszug als Spendennachweis, darüber kann auch eine Spendenquittung ausgestellt werden.
Danke für Eure Hilfe!

Brand – Rauchentwicklung im Gebäude

Vollalarm für alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr Gerolzhofen. Um 11:28 Uhr kam es zu einer Rauchentwicklung in einer Tiefgarage in der Gerolzhöfer Altstadt. ‚Deutlicher Rauchgeruch sei an einem Fahrzeug in der Garage wahrzunehmen‘, hieß es in einer Lagemeldung der zuerst eingetroffenen Polizei.

Der Löschzug der FF Gerolzhofen fuhr die Einsatzstelle in der Brunnengasse Gerolzhofen von zwei Seiten an, um in der engen Bebauung mit den Großfahrzeugen möglichst flexibel zu bleiben. Sofort erkundete die Einsatzleitung das Gebäude von außen und stellte sicher, dass sich keine Personen mehr im Gefahrenbereich befinden.

Unter schwerem Atemschutz ging ein Trupp in das Gebäude zur Brandbekämpfung und fand im zweiten unteren Parkdeck den PKW vor. Über Funk teilten die Einsatzkräfte mit, dass kein Brandereignis vorliegt, jedoch beim PKW deutliche Wärmesignaturen mit der eingesetzten Wärmebildkamera zu sehen sind. Als Ursache konnte eine heiß gelaufene Kupplungsanlage des Fahrzeugs ausgemacht werden.

Weitere Kräfte der FF Gerolzhofen sorgten nach der umfangreichen Erkundung für eine Belüftung mit den Hochleistungslüftern aus den eingesetzten Einsatzfahrzeugen, um die Rauchgase aus dem Tiefgeschoss zu befördern.

Sobald das Gebäude wieder ohne Atemschutz zugänglich war, galt es den beschädigten PKW ins freie zu befördern. Hierzu ergänzte der nachgeforderte Rüstwagen die technische Komponente vor Ort. Über die mechanische Zugeinrichtung des RW zog man das Fahrzeug an der Abschleppöse ans Tageslicht und stellte diesen verkehrssicher ab.

Als letzte Maßnahme band man auslaufende Betriebsstoffe aus dem beschädigten PKW in der Tiefgaragenzufahrt ab.

Hygiene nach dem Einsatz – neue Industriewaschmaschine und -Trockner in Betrieb genommen

In den letzten Monaten nahm sich eine Planungsgruppe dem Problem an, wie mit durch Rauchgase und gesundheitsgefährdende Stoffe kontaminierte Einsatzkleidung nach einem Brand oder Einsatz mit Gefahrstoffen umgegangen wird.

Ziel war es auch, die Einsatzbereitschaft möglichst schnell wiederherzustellen, ohne wie bisher mehrfache Garnituren vorhalten zu müssen und den logistischen Aufwand, z.B. Transport in Spezialwäschereien, sowie Kosten zu minimieren.

So beschaffte die Feuerwehr Gerolzhofen nach umfangreicher Recherche im Einvernehmen mit der Stadt Gerolzhofen zwei gebrauchte Geräte, die von der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven aufgrund einer Neuanschaffung ausgemustert wurden, aber für unsere Zwecke voll umfänglich tauglich sind. Mit dem TSF-Logistik der FF Geo fuhren wir in den hohen Norden, montierten die Geräte ab und transportierten diese an ihren neuen Wirkungsort.

In Eigenleistung und durch die Unterstützung des Bauhofs Gerolzhofen installierte man im Keller der Feuerwehr neben einem Betonsockel zur sicheren Fixierung der Maschinen ein Abluftrohr für den Trockner, Anschlüsse für Strom und (Ab-)Wasser sowie Dosierpumpen für Reinigungs- und Pflegemittel.

Seit kurzem sind die Maschinen generalüberholt und einsatzbereit. In ihnen können bis zur drei Garnituren Einsatzkleidung gleichzeitig gewaschen, desinfiziert, imprägniert und anschließend getrocknet werden. Für Wäsche fernab der Einsatzkleidung steht eine haushaltsübliche Waschmaschine zur Verfügung.

Dieser Reinigungsservice für Einsatzkleidung wird auch für andere Feuerwehren angeboten. Sollten Sie Interesse daran haben, kontaktieren Sie uns gerne über das Ticketsystem unserer Homepage unter der Rubrik ‚Kontakt‘.

THL – Personensuche

Am frühen Donnerstagabend rief eine großangelegte Personensuche die Feuerwehr Gerolzhofen auf den Plan.

Um 19:08 Uhr veranlasste der Kommandant, der um 18:30 Uhr durch die ILS Schweinfurt verständigt wurde, nach Rücksprache mit der Gesamteinsatzleitung die Alarmierung der Feuerwehr Gerolzhofen.

Einsatzgrund war die Suche einer vermissten Person, die sich möglicherweise in einer medizinischen oder psychischen Ausnahmesituation befand.

Über die Gesamteinsatzleitung, bestehend aus Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst, orderte man weitere taktische Einheiten nach Gerolzhofen, um die Suche zu unterstützen. So hörte man kurze Zeit später einen Polizeihubschrauber über Gerolzhofen kreisen. Auch mehrere Rettungshundestaffeln aus dem Landkreis Schweinfurt bereiteten sich auf ihren Einsatz vor. Die Einsatzleitung der Feuerwehr forderte ebenfalls die Drohne der UG-ÖEL zur Flächensuche nach.

Nach einer Lagebesprechung an der Feuerwache begaben sich die Suchtrupps mit den Fahrzeugen in die aufgeteilten Stadtgebiete, um schnell und effektiv Gelände und den Ortsbereich von Gerolzhofen vor Einbruch der Dunkelheit abzusuchen.

Über die sozialen Medien und dem häufig geteilten Steckbrief des Vermissten erreichte uns schnell ein Hinweis, dass die Person gegen 19:00 Uhr gesichtet worden sei. Sofort konzentrierte sich ein Teil der Einheiten auf die Suche in diesem Bereich. Der kreisende Polizeihubschrauber entdeckte schließlich die Person auf freier Flur. Am Boden folgten die Suchmannschaften und übergaben die Person bereits nach einer Stunde intensiver Suche an den Rettungsdienst.

Vier weitere Einsätze an einem Abend – 6 Stunden im ehrenamtlichen Dienst

Auch am gestrigen Montag bekam die Feuerwehr Gerolzhofen die Nachwehen des Dauerregens vom Wochenende zu spüren. Von 18:00 Uhr bis nach Mitternacht galt es weitere drei Keller auszupumpen. Schwerpunkt lag auch hier im Bereich der Straße ‚Am Schießwasen‘ in Gerolzhofen, als heimkehrende Hausbewohner nach dem Wochenende einen Blick in ihre Kellerräume warfen.
Zwischendurch wurden Wir von der ILS Schweinfurt als Unterstützung für den Rettungsdienst zwischen Gerolzhofen und Mönchstockheim abgerufen. Hier ergriffen Wir Maßnahmen zur Verkehrsabsicherung und versorgten den Patienten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes.

Nachdem auch für die kommenden Tage Regenfälle gemeldet sind, rüsten Wir Unser Material wieder auf und beobachten die Lage weiterhin kritisch.

Flächenlage „Unwetter“ in Gerolzhofen und dem Südlandkreis Schweinfurt

32 Einsätze / 13 Stunden Dauereinsatz für die Freiwillige Feuerwehr Gerolzhofen

 

Der bereits am Donnerstag einsetzende, ergiebige Dauer- und Starkregen über dem Steigerwald forderte am darauffolgenden Morgen die Freiwillige Feuerwehr Gerolzhofen zu einem umfangreichen Einsatzgeschehen.

Bereits um 08:30 Uhr erkundete der Kommandant die Pegelstände an der Volkach im Ortsbereich Gerolzhofen. Da diese zunehmend stiegen, bereitete man im Feuerwehrhaus Gerolzhofen eine Lagebesprechung mit der örtlichen Einsatzleitung und der Kreisfeuerwehrführung vor.

Die am Fuße des Steigerwaldes liegenden Ortschaften Michelau und Breitbach trafen die Wassermassen als Erstes. Die Feuerwehr Gerolzhofen unterstützte zusammen mit dem Bauhof Gerolzhofen die Gemeindewehren mit dem Zubrngen von gefüllten Sandsäcken aus dem Feuerwehrhaus und stellten weitere Paletten mit Sandsäcken zur Abholung bereit.

Da der Material- und Personalaufwand absehbar anstieg, löste der Einsatzleiter über die Integrierte Leitstelle Schweinfurt Vollalarm für das gesamte Personal der FF Gerolzhofen aus.

Um eine reibungslose Abwicklung der Einsätze zu gewährleisten, errichtete die Einsatzleitung mit dem ELW 1 am Feuerwehrhaus in Gerolzhofen ein Führungs- und Lagezentrum. Im weiteren Verlauf ergänzte die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) die Strukturen. Nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes übernahm der Kreisbrandinspektor Alexander Bönig die Position als örtlicher Einsatzleiter. Nach Rücksprache mit der ILS Schweinfurt koordinierte die ÖEL die komplette Einsatzabwicklung für den südlichen Landkreis Schweinfurt.

Das mittlerweile in Dingolshausen eingetroffene Hochwasser bahnte sich rasch seinen Weg nach Gerolzhofen. Keine Stunde nach Einrichtung der örtlichen Einsatzleitung lief die Volkach im Bereich der Kartbahn Gerolzhofen über die Ufer. Durch zahlreiche Erkundungsfahrten im Ortsbereich Gerolzhofen behielt die Feuerwehreinsatzleitung den Überblick über die dynamische Lage und ordnete mit Rücksprache der Polizei bzw. des Straßenbaulastträgers diverse Verkehrssicherungsmaßnahmen an.

Um ca. 12:15 Uhr erreichte das Wasser der Volkach die Anwohner in der Steigerwaldstraße Gerolzhofen. Hier liefen rasch mehrere Keller voll. Besonderes Gefahrenpotenzial stellten aufschwimmende Öltanks in den Kellerräumen, was einen zügigen Einsatz von Tauchpumpen erforderte, um einen Umweltschaden zu vermeiden.

Knapp eine Stunde später kam ein zweiter Einsatzschwerpunkt hinzu. In der Straße „Am Schießwasen“ in Gerolzhofen hielt die Kanalisation den Wassermassen nicht stand. So drückte sich über die Hausanschlüsse Fäkal- und Regenwasser in die Kellerbreiche der Anwohner. Durch Baumaßnahmen am Kanal waren der Abfluss sowie das Abpumpen der immer nachlaufenden Mengen an Wasser kaum möglich.

Auch am anderen Ende von Gerolzhofen trat das Wasser der Volkach über die Ufer. Im Bereich der Brücke an der Frankenwinheimer Straße setzte die Feuerwehr Gerolzhofen Sandsäcke zum Schutz des Marterls. Die überflutete Fahrbahn erforderte eine Vollsperrung der Straße für den Verkehr.

Bei der Abarbeitung der Einsätze im Ortsgebiet Gerolzhofen unterstützten Uns die FF Grafenrheinfeld mit dem modularen Gerätesatz Hochwasser (MGH), die FF Rügshofen, die FF Schwebheim, die FF Sulzheim, der THW Ortsverband Gerolzhofen und Schweinfurt, der Rettungsdienst, die BRK Wasserwacht Schweinfurt mit Fachberater und Wasserrettern, die Polizei Unterfranken, das Staatliche Bauamt Schweinfurt, der Kreisbauhof des Landkreises Schweinfurt, das Wasserwirtschaftsamt Schweinfurt, die Bürgermeister der Stadt Gerolzhofen sowie der Landrat Florian Töpper.

Überörtlich und landkreisübergreifend kamen Einheiten des Katastrophenschutzes der Feuerwehr Gerolzhofen ebenfalls zum Einsatz. So unterstützen Wir die Feuerwehr Stadelschwarzach (Landkreis Kitzingen) mit dem Löschfahrzeug-Katastrophenschutz, halfen mit diversen Logistikaufgaben den Feuerwehren Dingolshausen und Frankenwinheim mit Sandsäcken, Tragkraftspritzen und Chemikalienbindemitteln aus. Nicht zuletzt war der Personalaufwand sehr aufwendig und für jeden Helfer körperlich anstrengend.

Zusammenfassend wurden 32 Einsatzstellen über 13 Stunden hinweg abgearbeitet. Gegen 21:30 Uhr standen alle Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Gerolzhofen wieder einsatzbereit am Standort. Die Aufräumarbeiten werden am Wochenende weitere Zeit in Anspruch nehmen.

Modernisierung des Atemschutzes

Der umluftunabhängige Atemschutz ist bei der Menschenrettung und Brandbekämpfung unerlässlich. Deshalb ist es wichtig, gerade diese Kernaufgabe der freiwilligen Feuerwehr Gerolzhofen immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

Im Zuge dessen beschaffte die Stadt Gerolzhofen mehrere neue Gerätschaften. Im Einzelnen sind dies 18 Pressluftatmer vom Typ ‚Dräger PSS® 5000 (Hochdruck)‘ mit den dazugehörigen Lungenautomaten und Schnellverschluss-Druckminderern. Zehn neue Lungenautomaten und Atemschutzmasken hält man zusätzlich als Reserve vor, da diese nach einem Einsatz zu Reinigen und Desinfizieren sind und somit die Einsatzbereitschaft ohne Ausfallzeiten wieder hergestellt werden kann.

Zur Arbeitsplatzpositionierung sind der Beckengurt (‚Dräger PSS Safety Belt‘) sowie die Rückentrageplatte flexibel miteinander kombiniert und sichern den Träger mit einer Rückhalte- und Selbstrettungsfunktion einer Notfallsituation ab. Somit entfällt ein zusätzliches Anlegen eines einzelnen Feuerwehrhaltegurtes. Bei vier der neuen Geräte sind die Leinenbeutel integriert. Auch hier kann auf das umständliche Umhängen eines externen Beutels verzichtet werden.

Da die Sicherheit der Rettungskräfte höchste Priorität hat, investierte man in zwölf vollelektronische Signal- und Warneinheiten vom Typ ‚Dräger Bodyguard 1000‘. Dies ist ein Temperatur- und Bewegungslosmelder, der optisch und akustisch alarmiert, falls der Atemschutzgeräteträger in einen Bereich mit zu hoher Umgebungstemperatur vordringt oder in eine Notsituation gerät und selbst Hilfe benötigt.

Durch die Schnellverschlüsse an den Gurten und Druckminderern sowie den verbauten Materialien wird ein einfaches Montieren/Demontieren ermöglicht, was den Aufwand für Reinigungs- und Wartungsaufgaben deutlich reduziert.

Die Geräte sind auf allen Atemschutzplätzen und Reservefächern in den Lösch-, Rüst- und Hubrettungsfahrzeugen der Gerolzhöfer Wehr verlastet und für den nächsten Einsatz vorbereitet.

 

THL – Rettung Kleintier

Am Samstag Mittag bemerkten aufmerksame Passanten am Nützelbach im Bereich des Seeweges in Gerolzhofen merkwürdige Geräusche aus einem Schacht. Diese verständigten daraufhin die Polizei, welche die Integrierte Leitstelle Schweinfurt und somit die Feuerwehr Gerolzhofen um Unterstützung bat. So machte sich pandemiebedingt nur eine kleine Abordnung auf den Weg, um der Sache auf den Grund zu gehen. Nach Öffnung des Schachtes stellte sich heraus, dass ein Waschbär zwischen zwei Brettern eingeklemmt war. Mit wenigen Handgriffen konnte der Kleinbär aus seiner misslichen Lage befreit werden und suchte umgehend das Weite.